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Poolwasser entsorgen: So geht es richtig

Wenn sich die Bade-Saison dem Ende nähert, der Pool eingewintert werden soll, Reparatur- oder Wartungsmaßnahmen anstehen: Immer wieder kommt es vor, dass Sie größere Mengen des Poolwassers ablassen müssen.
Doch wohin damit? Einfach im Garten versickern lassen? Oder direkt in den Rinnstein vor der Haustür?
Wir zeigen Ihnen: So entsorgen Sie Ihr Poolwasser umweltschonend und rechtlich wasserdicht.

1. Was macht das Poolwasser so problematisch?

Das Badewasser, was die meisten Poolbesitzer in ihrem Schwimmbecken haben, ist in den meisten Fällen ja sauber.
Nur gibt es zwei sehr unterschiedliche Definitionen von „sauber“.
Das eine „sauber“ heißt: Frei von Bakterien, Algen und Pilzen.
Das andere „sauber" bedeutet: frei von Chemikalien.

Gefahrenstoffe im Pflegemittel
Denn auf den Verpackungen von Poolpflege-, Aufbereitungs- und Reinigungsmitteln sind oftmals Gefahrstoffe deklariert – als haut- oder augenreizend, wasserkorrosiv, ätzend, akut entzündlich oder toxisch.
Und bei solchen Stoffen ist klar: Die haben im natürlichen Wasserkreislauf nichts zu suchen, weil sie Umwelt, Tieren und Pflanzen schaden.

Intex-Pool / Aufstellpool
Das gilt auch für transportable Aufstellpools / Intex-Pools. Denn auch hier sind normalerweise Chlor, wachstumshemmende Algizide und/oder Biozide im Wasser, schließlich gibt es hier kein System zur Umwälzung und Wasseraufbereitung. Besonders Biozide gelten als stofflich aggressiv – und so stabil, dass ihnen sogar Frost wenig anhaben kann.

Nachweis von unbedenklichem Wasser
Doch was, wenn Ihr Wasser nur leicht belastet ist und den Chlor-Grenzwert von 0,05 mg/l unterschreitet?
Dann ist zum einen dieser Nachweis schwer zu erbringen, da die Messung mit einem geeichten Gerät stattfinden muss; zudem müssen die Mess-Ergebnisse schriftlich belegt werden.
Zum anderen: Was ist mit anderen Aligiziden und Bioziden? Ist das Wasser völlig frei davon? Auch Flockungsmittel können hier zum Problem werden.

Wirklich unbedenkliches Badewasser wird also nur in seltenen Fällen vorhanden sein.

2. Welche Möglichkeiten der Entsorgung gibt es?

Prinzipiell gibt es fünf Möglichkeiten, das Wasser aus dem Pool wieder loszuwerden:

  • Wasser im Garten versickern lassen
  • Wasser in ein öffentliches Gewässer ablassen
  • Wasser in den Gully der öffentlichen Abwasser-Systems leiten
  • Wasser dem privaten Abwasser-System zuführen
  • Wasser abtransportieren lassen

2a. Wasser im Garten versickern lassen

Rein theoretisch könnte man ja das Wasser aus dem Pool einfach im Garten verteilen.
Bei dieser „breitflächigen Verrieselung“ wird das Wasser langsam abgelassen oder fürs Gießen von Blumen, Rasen etc. genutzt.

WICHTIG: Das Wasser muss auf Ihrem eigenen Grundstück bleiben!
Sie dürfen also nicht so viel Wasser gleichzeitig ablassen, dass der Boden die Menge nicht mehr aufnehmen kann und das Wasser so auf Nachbar-Grundstücke läuft.
Daher das Ablassen ruhig über mehrere Tage verteilen, je nach Größe des Pools.

Alternative 1: Richten Sie einen Sickergraben ein, ein Bett aus Steinen,
welches die Fließgeschwindigkeit des Wassers erheblich reduziert und es langsam versickern lässt.

Alternative 2: Sie lassen einen Trockenbrunnen bauen, am besten von einem Garten- und Landschaftsbauer. Der per Gitter abgedeckte, mit Kies und Erde befüllte Trockenbrunnen sammelt und filtert überschüssiges Poolwasser. So kann es im Erdreich versickern.
In einigen Kommunen braucht es dazu jedoch eine Baugenehmigung.

ACHTUNG: Diese Möglichkeit besteht nur, wenn das Wasser pH-neutral ist, der Chlor-Gehalt weniger als 0,05 mg pro Liter Wasser beträgt.
Diese Werte sind Richtwerte, da sie regional geregelt werden. Erkundigen Sie sich daher bitte bei Ihren zuständigen Stellen.

Fazit: Für das Entleeren herkömmlicher Pools, die Chlor und andere Pool-Chemikalien einsetzen, kommt das Versickern im Boden nicht in Frage.

2b. Wasser in ein öffentliches Gewässer ablassen

Grenzt Ihr Grundstück an einen Bach, Teich, Fluss oder See, können Sie das Wasser hier hineinleiten.
Fragen Sie dabei aber vorher unbedingt bei den regionalen Behörden nach.

ACHTUNG: Auch hier gelten die Einschränkungen: pH-neutral und Chlor-Gehalt von weniger als 0,05 mg pro Liter Wasser.

Fazit: Da nahezu jeder Pool mit Wasserpflegemitteln versetzt ist, kommt das Ablassen in ein öffentliches Gewässer meistens nicht in Frage.

2c. Wasser in den Gully der öffentlichen Abwasser-Systems leiten

Was viele nicht wissen: Alle modernen Kanalisationen sind „Trenn-Kanalisationen“. Das bedeutet, dass nur die Abwässer aus den Haushalten und der Industrie in die Kläranlage geführt werden. Regenwasser fließt über die Gullys auf der Straße in die Regenwasser-Kanalisation – und dieses wird nicht geklärt!
Das bedeutet: Leiten Sie das Wasser in den Gully, dann fließt dieses ungeklärt ins Grundwasser, in Bäche und Flüsse.

Ausnahme sind hier Städte, die noch eine alte Misch-Kanalisation haben. Bei diesen fließen Regen- und Abwasser noch ungetrennt zur Kläranlage. Allerdings erfolgte die Umstellung bereits in den 1950er Jahren, so dass es Misch-Kanalisationen fast nur noch in Innenstädten gibt.

Fazit: Erkundigen Sie sich, was für eine Kanalisation Sie bei sich haben. Im Normalfall darf das Abwasser nicht in den Gully geleitet werden.

2d. Wasser dem privaten Abwasser-System zuführen

Dies ist im Prinzip in den meisten Fällen die sinnvollste, umweltfreundlichste, unproblematischste und auch legalste aller bislang vorgestellten Möglichkeiten.
Wir erklären Ihnen unter Punkt 3, wie genau Sie hier vorgehen sollten.

Fazit: Kommen die vorherigen Optionen nicht in Frage oder sind Sie unsicher: Mit dieser Option machen Sie auf jeden Fall nichts falsch. Ausname ist hier allerdings der folgende Punkt.

2e. Wasser abtransportieren lassen

Schwimmbecken im Schrebergarten sind ein Sonderfall, denn Kleingarten-Anlagen verfügen meistens über keine Kanalisation. Auch wenn Sie dort naturnah in Regenwasser gebadet haben: Ein Aufstellpool fasst zwischen 5.000 und 15.000 Liter. Wenn Sie diese Menge einfach ablassen, hat das vermutlich schwerwiegende Folgen – für die Kleingärten, die darauf stehenden Gebäude und für Ihre Mitgliedschaft.

Mit einem Abwasserentsorger sind Sie hier auf der sicheren Seite: Ein Tankwagen rückt an, pumpt das Poolwasser ab – und führt es der umweltverträglichen Entsorgung zu.

Fazit: Nicht die einfachste und schon gar nicht die günstigste Option der Wasser-Entsorgung. Aber in einigen Fällen leider die einzige, die Ihnen bleibt.

3. Wie entsorge ich das Poolwasser am besten in die Kanalisation?

Ja, rein theoretisch können Sie einen Schlauch vom Pool zum Badezimmer-Waschbecken legen. Aber wer nicht so auf Wasserschäden in der Wohnung steht, der sollte lieber zu einer dauerhaften und stabilen Lösung greifen.
Um Ihr Poolwasser ordnungsgemäß in die Kanalisation zu leiten empfiehlt sich folgender Aufbau:
Vom Skimmer / Bodenablauf wird das Wasser über den Kessel / Ventil über die Rückspül-Leitung bis hin zum Abwasser-Anschluss des Hauses geführt.

Poolbesitzer mit einem Bodenablauf haben hier natürlich eine zusätzliche und besonders elegante Möglichkeit.

Auch eine Tauchpumpe ist eine gute Option.
Aber Vorsicht beim Poolwasser ablassen: Angesichts des zu erwartenden kräftigen Wasserdrucks sollten Sie Ihren einfachen Abwasserschlauch besser gegen eine robuste Speziallösung tauschen!

4. Fazit: Erst informieren, dann Gartenpool anschaffen

Informieren Sie sich vor der Anschaffung eines Pools darüber, welche Möglichkeiten der Entsorgung Sie haben.
Gerade in Gegenden, in denen es keine Kanalisation gibt, kann sonst der Wasser-Austausch richtig ins Geld gehen.

Und Ärger mit den Behörden sollten Sie besser auch nicht riskieren. Sonst wird der Traumpool schnell zum Alptraum.

Aber möglicherweise ist alles ganz einfach.
Fragen Sie hier am besten Ihre Stadtwerke. Die können Ihnen genau erklären, welche Richtlinien bei Ihnen gelten und welche Möglichkeiten Sie haben.

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