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Poolpumpe richtig auswählen und dimensionieren: Leistung, Filterkessel und Durchfluss

Welche Poolpumpe ist die richtige für Ihren Pool, wie viel Leistung wird benötigt und welcher Filterkessel passt dazu? 

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie das Beckenvolumen und die erforderliche Förderleistung berechnen, Poolpumpe und Filterkessel richtig aufeinander abstimmen und den tatsächlichen Durchfluss der Anlage beurteilen. Außerdem zeigen wir, wie lange die Poolpumpe täglich laufen sollte, warum mehr Pumpenleistung nicht automatisch besser ist und wie Sie Ihre Poolanlage effizient, leise und bedarfsgerecht betreiben.

Welche Arten von Poolpumpen gibt es?

Poolpumpen unterscheiden sich vor allem danach, wie sie das Wasser ansaugen, ob ihre Leistung regelbar ist und für welche Wasserarten sie geeignet sind. Die wichtigsten Ausführungen sind:

  • Normalsaugende Poolpumpen – für die Installation unterhalb des Wasserspiegels
  • Selbstansaugende Poolpumpen – für die Installation oberhalb des Wasserspiegels; diese Ausführung ist bei vielen hochwertigen Poolpumpen üblich
  • Ungeregelte Poolpumpen – arbeiten mit einer festen Drehzahl und damit mit einer festen Förderleistung
  • Frequenzgesteuerte Poolpumpen (VS-Pumpen) – ermöglichen eine variable Anpassung der Drehzahl und Förderleistung an den jeweiligen Betriebszustand
  • Salzverträgliche Poolpumpen – je nach Modell für bestimmte Salzkonzentrationen und damit für Salzelektrolyse-Anlagen geeignet
  • Meerwasserpumpen – spezielle Pumpen für stark salzhaltige Becken, die wir auf Anfrage für Sie beschaffen können. Kontaktieren Sie uns gerne.

Wie viel Leistung muss eine Poolpumpe haben?

Die benötigte Leistung einer Poolpumpe richtet sich unter anderem nach dem Beckenvolumen. Als Faustregel gilt: Das gesamte Poolwasser sollte innerhalb von etwa vier Stunden einmal umgewälzt werden. Daraus lässt sich ein erster Richtwert für die erforderliche Förderleistung berechnen:

Beckenvolumen in m³ ÷ 4 Stunden = Förderleistung in m³/h

Um das Beckenvolumen zu ermitteln, können Sie je nach Beckenform folgende Formeln verwenden:

  • Rechteckbecken: L × B × T = m³
  • Ovalbecken: L × B × T × 0,89 = m³
  • Rundbecken: L × B × T × 0,79 = m³
  • Achtformbecken: L × B × T × 0,85 = m³

Dabei stehen L für die Länge, B für die Breite und T für die durchschnittliche Wassertiefe.

Bei einem Pool mit 40 m³ Wasserinhalt ergibt sich beispielsweise: 40 m³ ÷ 4 h = 10 m³/h.

Damit haben Sie einen ersten Richtwert für die erforderliche Förderleistung. Für die Auswahl einer konkreten Poolpumpe reicht dieser Wert jedoch noch nicht aus. Entscheidend ist auch, ob die Pumpe diese Förderleistung unter den tatsächlichen Bedingungen der Anlage erreicht und ob sie zum Filterkessel und zur vorhandenen Verrohrung passt.

Die Poolpumpe sollte deshalb nicht einfach möglichst viel Leistung haben. Sie muss die benötigte Wassermenge unter den Bedingungen der gesamten Anlage fördern können und gleichzeitig mit dem Filterkessel harmonieren.

Poolpumpe und Filterkessel richtig dimensionieren

Für unseren 40-m³-Pool haben wir zunächst eine erforderliche Förderleistung von 10 m³/h als Richtwert berechnet. Jetzt muss der Filterkessel zu diesem Durchfluss passen.

Entscheidend ist dabei die Filtergeschwindigkeit. Sie beschreibt, wie schnell das Wasser durch die Filterfläche strömt. Für die Auslegung einer Poolfilteranlage ist eine Filtergeschwindigkeit von etwa 30 m/h ein guter Zielwert.

Strömt das Wasser zu schnell durch den Filter, kann die Filterwirkung beeinträchtigt werden, weil das Wasser schneller durch das Filtermedium geführt wird. Deshalb ist eine möglichst hohe Förderleistung nicht automatisch besser.

Um den passenden Filterkessel zu bestimmen, können wir zunächst berechnen, wie groß seine Filterfläche für den gewünschten Durchfluss sein muss:

Erforderlicher Durchfluss ÷ Filtergeschwindigkeit = benötigte Filterfläche

Für unseren Beispielpool: 10 m³/h ÷ 30 m/h = 0,333 m². Wir benötigen also eine Filterfläche von ungefähr 0,33 m².

Die Filterfläche eines runden Kessels lässt sich aus seinem Radius berechnen:

Filterfläche = Radius × Radius × 3,14

Nehmen wir zunächst einen Kessel mit 500 mm Durchmesser und einem Radius von 250 mm: 0,25 m × 0,25 m × 3,14 = 0,196 m².

Bei einem tatsächlichen Durchfluss von 10 m³/h würde daraus folgende Filtergeschwindigkeit entstehen: 10 m³/h ÷ 0,196 m² = 51 m/h.

Das liegt deutlich über unserem Zielwert von etwa 30 m/h. Der 500-mm-Kessel wäre für unseren Beispielpool bei einem tatsächlichen Durchfluss von 10 m³/h deshalb zu klein.

Bei einem Kessel mit 600 mm Durchmesser sieht es schon besser aus. Die Filterfläche beträgt: 0,30 m × 0,30 m × 3,14 = 0,283 m².

Bei 10 m³/h ergibt sich: 10 m³/h ÷ 0,283 m² = 35,3 m/h.

Das liegt etwas über den idealen 30 m/h, aber ein noch größerer Kessel wäre für unseren Beispielwert von 10 m³/h nicht zwingend erforderlich – der 600-mm-Kessel liegt bereits in einem guten Bereich.

Damit wird deutlich: Die erforderliche Förderleistung einer Poolpumpe lässt sich nicht isoliert vom Filterkessel betrachten. Erst aus dem Zusammenspiel von benötigtem Durchfluss und Filterfläche ergibt sich eine sinnvolle Kombination aus Poolpumpe und Filterkessel.

Tipp: Beachten Sie immer die Angaben des jeweiligen Filterherstellers, denn nicht jeder Filterkessel ist für jede beliebige Durchflussmenge ausgelegt. Eine Auswahl passender Sandfilter und kompletter Sandfilteranlagen finden Sie ebenfalls in unserem Sortiment.

Wie viel Durchfluss braucht eine Poolpumpe beim Rückspülen?

Beim normalen Filtern soll das Wasser möglichst langsam und gleichmäßig durch das Filtermedium strömen – mit etwa 30 m/h, wie wir bereits gesehen haben.

Beim Rückspülen ist dagegen ein deutlich höherer Durchfluss erforderlich. Das Filtermedium soll ausreichend durchströmt werden, damit sich die angesammelten Schmutzpartikel lösen und mit dem Rückspülwasser aus dem Kessel entfernt werden.

Als grobe Orientierung werden für die Rückspülung von Sand- und Glasfiltern häufig etwa 40 bis 50 m/h angesetzt. Die tatsächlichen Anforderungen können jedoch je nach Filterkessel und Filtermedium abweichen. Achten Sie daher auf die Angaben des Herstellers.

Das stellt die Poolpumpe vor eine besondere Aufgabe: Beim Filtern soll sie einen für den Filter geeigneten Durchfluss liefern, beim Rückspülen dagegen einen deutlich höheren Durchfluss erreichen.

Bei einer ungeregelten Poolpumpe ist das nicht ohne Weiteres möglich. Sie arbeitet immer mit derselben Drehzahl. Eine Pumpe, die beispielsweise beim Filtern für rund 30 m/h sorgt, kann deshalb beim Rückspülen möglicherweise nicht den erforderlichen höheren Durchfluss erreichen. Eine stärkere Pumpe würde das Problem zwar beim Rückspülen lösen, könnte beim normalen Filtern aber zu viel Wasser durch den Kessel drücken.

Bei einer ungeregelten Poolpumpe sollte deshalb die optimale Filterung im täglichen Betrieb Vorrang haben.

TIPP: Mit dem Filtermaterial AFM sind deutlich kürzere Rückspülzeiten möglich, da AFM den Dreck  leichter freigibt. Das spart jede Menge Wasser, Geld und schon die Umwelt.

Was bedeuten Förderhöhe, Wassersäule und Pumpenkennlinie?

Wir haben bisher betrachtet, welchen Durchfluss die Poolpumpe beim Filtern und Rückspülen grundsätzlich liefern sollte. In der Praxis erreicht eine Pumpe diesen Durchfluss jedoch nicht unter allen Bedingungen. Entscheidend ist, welchen Widerstand die gesamte Poolanlage dem Wasser entgegensetzt.

Auf Poolpumpen finden Sie häufig Angaben wie beispielsweise „10 m³/h bei 8 m Wassersäule (mWS)“. Die Meter Wassersäule beschreiben vereinfacht den Druck beziehungsweise Widerstand, gegen den die Pumpe das Wasser fördern muss. Dieser entsteht unter anderem durch Rohrleitungen, Bögen, Filterkessel, Wärmepumpen und Höhenunterschiede.

Die Pumpenkennlinie zeigt, wie sich die Förderleistung bei unterschiedlichen Förderhöhen verändert. Eine Pumpe, die beispielsweise bei 8 mWS noch 10 m³/h fördert, kann bei einer höheren Förderhöhe entsprechend weniger Wasser liefern.

Wichtig: Die auf der Pumpe angegebene Förderleistung ist nicht automatisch der tatsächliche Durchfluss Ihrer Poolanlage. Erst wenn Rohrleitungen, Filterkessel, Einbauteile, Wärmepumpe und Höhenunterschiede berücksichtigt werden, lässt sich beurteilen, wie viel Wasser tatsächlich durch die Anlage fließt.

Für eine normale Poolanlage muss der Anlagenwiderstand allerdings nicht selbst in mWS berechnet oder gemessen werden. Anders kann es beispielsweise bei einer Solaranlage auf dem Dach aussehen, wenn größere Höhenunterschiede und zusätzliche Leitungswege entstehen.

Wie viel Wasser fließt tatsächlich durch die Poolanlage?

Theoretisch lässt sich der tatsächliche Durchfluss anhand zahlreicher Parameter berechnen. In der Praxis ist das allerdings aufwendig und bleibt eine Berechnung mit Annahmen.

Viel einfacher ist es, den Wasserdurchfluss direkt zu messen. Ein Durchflussmesser wie der FlowVis zeigt an, wie viel Wasser tatsächlich durch die Verrohrung fließt.

Damit können Sie überprüfen, ob der gewünschte Durchfluss erreicht wird und welche Filtergeschwindigkeit Ihre Anlage tatsächlich erzielt.

Besonders interessant ist das bei einer frequenzgesteuerten Poolpumpe. Hier können Sie die Drehzahl verändern und direkt beobachten, wie sich dies auf den Wasserdurchfluss auswirkt. So lässt sich die Pumpe gezielt auf einen sinnvollen Durchfluss für den Filterbetrieb einstellen.

Die Filtergeschwindigkeit können Sie anschließend mit der bereits vorgestellten Formel bestimmen: Durchflussmenge ÷ Filterfläche = Filtergeschwindigkeit in m/h.

Der Vorteil: Sie müssen nicht schätzen, sondern können überprüfen, wie Ihre Poolanlage tatsächlich arbeitet.

Wie lange muss eine Poolpumpe pro Tag laufen?

Die Poolpumpe sollte das Poolwasser täglich etwa 2- bis 3-mal umwälzen. Wie lange sie dafür laufen muss, hängt vom Beckenvolumen und vom tatsächlichen Durchfluss der Filteranlage ab.

Bei unserem Beispielpool mit 40 m³ und einem tatsächlichen Durchfluss von 10 m³/h dauert eine vollständige Umwälzung:

40 m³ ÷ 10 m³/h = 4 Stunden

Bei drei vollständigen Umwälzungen ergibt sich:

4 Stunden × 3 = 12 Stunden Laufzeit pro Tag

Das ist ein guter Richtwert für die tägliche Filterlaufzeit. Bei sehr warmem Wasser, hohem Badebetrieb oder stärkerem Schmutzeintrag kann eine längere Laufzeit sinnvoll sein.

Die tägliche Umwälzung ist dabei die wichtigste Grundlage für die Bestimmung der Laufzeit. Entscheidend ist, wie viel Wasser bei dem tatsächlichen Durchfluss der Anlage pro Tag bewegt wird.

Die Poolpumpe nicht nur nachts laufen lassen

Auch wenn es für manche Stromtarife besonders günstig sein kann: Die errechnete Laufzeit komplett in die Nacht zu verlegen, ist nicht ideal.

Gerade während des Tages wird das Poolwasser durch Sonne, Badebetrieb und Schmutzeintrag belastet. Die Umwälzung sollte deshalb vor allem während des Tagesstattfinden, damit das Wasser regelmäßig gefiltert und das Desinfektionsmittel gleichmäßig im Becken verteilt wird.

Wie lässt sich eine Poolpumpe sparsam und leise betreiben?

Eine klassische, ungeregelte Poolpumpe arbeitet mit einer festen Drehzahl. Für die normale Filterung ist diese maximale Leistung häufig gar nicht erforderlich.

Deutlich flexibler sind frequenzgesteuerte Poolpumpen (VS-Pumpen). Bei ihnen lässt sich die Drehzahl an die jeweilige Aufgabe anpassen.

Für die normale Filterung kann die Pumpe mit niedrigerer Drehzahl und entsprechend geringerem Durchfluss laufen. Wird beispielsweise beim Rückspülen oder für andere Betriebszustände ein höherer Durchfluss benötigt, lässt sich die Drehzahl entsprechend erhöhen.

Eine niedrigere Drehzahl reduziert die benötigte elektrische Leistung und sorgt in der Regel auch für einen leiseren Betrieb. Dadurch kann die Pumpe trotz einer längeren täglichen Laufzeit weniger Strom verbrauchen als bei einem durchgehend hohen Pumpenbetrieb. Das senkt den Energieverbrauch und damit die laufenden Stromkosten.
Gleichzeitig kann die Pumpe über einen längeren Zeitraum laufen, sodass das Wasser kontinuierlich über den Tag verteilt umgewälzt werden kann.

Das Ziel ist nicht, die Pumpe möglichst langsam laufen zu lassen. Entscheidend ist die niedrigste Drehzahl, mit der die jeweilige Aufgabe zuverlässig erfüllt wird.

Mit einem Durchflussmesser wie dem FlowVis lässt sich überprüfen, welche Wassermenge bei welcher Drehzahl tatsächlich erreicht wird.

Frequenzsteuerung für eine normale Poolpumpe nachrüsten

Sie besitzen bereits eine geeignete 230-V-Poolpumpe mit fester Drehzahl? Dann müssen Sie diese nicht zwangsläufig ersetzen. Mit einem passenden Frequenzumrichter lässt sich die Pumpenleistung nachträglich variabel regeln.

Beim Filtern kann die Drehzahl reduziert werden, um die Filtergeschwindigkeit zu verringern. Beim Rückspülen lässt sich die Leistung dagegen erhöhen. So kann die Pumpe für die jeweilige Betriebsart passend eingestellt werden – leiser und mit reduziertem Energieverbrauch im Filterbetrieb.

Ein Beispiel dafür ist der AquaForte iSAVER-X. Er ist für gängige 230-V-Poolpumpen bis 1,1 kW ohne Timer-Funktion geeignet.

Wichtig: Ob eine Nachrüstung möglich ist, hängt von der vorhandenen Pumpe und den technischen Voraussetzungen ab.

Poolpumpe automatisch steuern und Laufzeiten optimieren

Wer die Laufzeiten der Poolpumpe nicht ständig manuell einstellen möchte, kann die Filteranlage mit einer passenden Poolsteuerung automatisieren. Je nach Ausstattung lassen sich definierte Filterlaufzeiten hinterlegen und weitere Funktionen der Pooltechnik automatisch steuern.

In Verbindung mit geeigneten Komponenten kann beispielsweise auch die Rückspülung automatisch gesteuert werden. Das reduziert den Bedienaufwand und hilft dabei, wichtige Betriebszeiten zuverlässig einzuhalten.

Benötigen Wärmepumpe oder Solaranlage eine stärkere Poolpumpe?

Eine Wärmepumpe oder Solaranlage benötigt nicht automatisch eine stärkere Poolpumpe. Entscheidend ist, wie viel zusätzlichen Widerstand die Installation für den Wasserstrom erzeugt.

Bei einer normal geplanten Verrohrung mit überschaubaren Leitungslängen reicht die passend dimensionierte Pumpe in der Regel aus. Anders kann es bei langen Rohrleitungen, vielen Einbauteilen oder größeren Höhenunterschieden aussehen.

Besonders bei einer Solaranlage auf einem höher gelegenen Dach sollte geprüft werden, ob die vorhandene Pumpe bei dem zusätzlichen Anlagenwiderstand noch die benötigte Förderleistung erreicht.

Auch die Verrohrung spielt eine Rolle. Auf der Saugseite sollten unnötige Widerstände vermieden werden. Wo es die Installation zulässt, sind großzügige Bögen gegenüber vielen engen 90°-Winkeln vorteilhaft.

Nicht automatisch eine größere Pumpe einbauen – zuerst prüfen, welchen tatsächlichen Durchfluss die vorhandene Pumpe bei den Bedingungen der Anlage erreicht.

Was muss die Poolpumpe für den Anschluss eines Bodensaugers leisten?

Wenn Sie den Pool mit einem manuellen Bodensauger reinigen möchten, sollte die Poolpumpe dafür ausreichend Leistung bereitstellen. Als Richtwert sollte die Pumpe mindestens 6 m³/h leisten.

Das ist vor allem bei kleinen Pools relevant. Dort kann für die normale Filterung unter Umständen eine kleinere Pumpe ausreichen, während für den Einsatz eines manuellen Bodensaugers ein höherer Wasserstrom erforderlich ist.

Wenn ein manueller Bodensauger von Anfang an eingeplant ist, sollte diese Anforderung bereits bei der Auswahl von Poolpumpe und Filteranlage berücksichtigt werden. Für die manuelle Poolreinigung finden Sie bei uns passende Poolbürsten mit Sauganschluss.

Wie viel Durchfluss braucht eine Poolpumpe beim Rückspülen?

Beim normalen Filtern soll das Wasser möglichst langsam und gleichmäßig durch das Filtermedium strömen – mit etwa 30 m/h, wie wir bereits gesehen haben.

Beim Rückspülen ist dagegen ein deutlich höherer Durchfluss erforderlich. Das Filtermedium soll ausreichend durchströmt werden, damit sich die angesammelten Schmutzpartikel lösen und mit dem Rückspülwasser aus dem Kessel entfernt werden.

Als grobe Orientierung werden für die Rückspülung von Sand- und Glasfiltern häufig etwa 40 bis 50 m/h angesetzt. Die tatsächlichen Anforderungen können jedoch je nach Filterkessel und Filtermedium abweichen. Achten Sie daher auf die Angaben des Herstellers.

Das stellt die Poolpumpe vor eine besondere Aufgabe: Beim Filtern soll sie einen für den Filter geeigneten Durchfluss liefern, beim Rückspülen dagegen einen deutlich höheren Durchfluss erreichen.

Bei einer ungeregelten Poolpumpe ist das nicht ohne Weiteres möglich. Sie arbeitet immer mit derselben Drehzahl. Eine Pumpe, die beispielsweise beim Filtern für rund 30 m/h sorgt, kann deshalb beim Rückspülen möglicherweise nicht den erforderlichen höheren Durchfluss erreichen. Eine stärkere Pumpe würde das Problem zwar beim Rückspülen lösen, könnte beim normalen Filtern aber zu viel Wasser durch den Kessel drücken.

Bei einer ungeregelten Poolpumpe sollte deshalb die optimale Filterung im täglichen Betrieb Vorrang haben.

Fazit: Poolpumpe richtig auswählen und dimensionieren

Eine Poolpumpe sollte nicht einfach möglichst viel Leistung haben. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Beckenvolumen, benötigtem Durchfluss, Filterfläche, Filterkessel und der Hydraulik der gesamten Anlage.

Für die Auswahl und Dimensionierung hilft folgende Vorgehensweise:

  • Beckenvolumen berechnen
  • Erforderlichen Durchfluss als ersten Richtwert bestimmen
  • Benötigte Filterfläche anhand der gewünschten Filtergeschwindigkeit berechnen
  • Passenden Filterkessel auswählen
  • Prüfen, welche Förderleistung die Pumpe unter den Bedingungen der Anlage tatsächlich erreicht
  • Tatsächlichen Durchfluss bei Bedarf messen
  • Bei einer VS-Pumpe die Drehzahl auf die jeweilige Aufgabe abstimmen
  • Laufzeit anhand der erforderlichen täglichen Umwälzung festlegen

So wird aus der Frage „Wie viel Leistung muss meine Poolpumpe haben?“ eine viel wichtigere Frage: Welche Pumpe bewegt in meiner konkreten Anlage die benötigte Wassermenge mit einer passenden Filtergeschwindigkeit und arbeitet dabei möglichst effizient?

Und wenn bereits eine geeignete Poolpumpe vorhanden ist, muss der Weg zur variablen Pumpenleistung nicht zwangsläufig über einen kompletten Pumpentausch führen. Eine Nachrüstung mit einem passenden Frequenzumrichter kann eine interessante Alternative sein.

Genau dieses Zusammenspiel ist die Grundlage für eine gute Filterung, einen wirtschaftlichen Betrieb und dauerhaft sauberes Poolwasser.

Tipp: Sie möchten die Themen aus diesem Beitrag lieber in der Praxis sehen? Auf unserem YouTube-Kanal finden Sie hilfreiche Videos rund um Poolpumpen und Pooltechnik. Passend dazu zeigen wir Ihnen, wie ein Frequenzumrichter für eine Poolpumpe funktioniert, wie Sie mit einem Durchflussmesser den tatsächlichen Wasserdurchfluss messen und welche Vorteile eine frequenzgesteuerte Poolpumpe bietet.

Und natürlich finden Sie bei uns im Shop alles, was Sie rund um die Themen Pool, Whirlpool und Sauna benötigen.
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Und wenn Sie mal nicht weiterwissen: Wir beraten Sie gerne.

FAQ – Häufige Fragen zur Poolpumpe

Wie viel m³/h muss eine Poolpumpe leisten? +
Als erster Richtwert kann das Beckenvolumen durch vier Stunden geteilt werden. Bei einem Pool mit 40 m³ ergibt sich beispielsweise eine erforderliche Förderleistung von etwa 10 m³/h. Entscheidend ist anschließend, welcher tatsächliche Durchfluss unter den Bedingungen der gesamten Poolanlage erreicht wird.
Wie berechnet man die benötigte Leistung einer Poolpumpe? +
Teilen Sie das Beckenvolumen in m³ als ersten Richtwert durch vier Stunden. Bei 40 m³ Wasserinhalt ergibt sich beispielsweise: 40 m³ ÷ 4 h = 10 m³/h. Anschließend müssen Filterkessel, Filterfläche und der Anlagenwiderstand berücksichtigt werden.
Welche Poolpumpe brauche ich für 20, 30, 40 oder 50 m³? +
Das Beckenvolumen liefert zunächst einen Richtwert für die erforderliche Förderleistung. Nach der Faustregel „Beckenvolumen ÷ 4 Stunden“ ergeben sich für 20 m³ etwa 5 m³/h, für 30 m³ etwa 7,5 m³/h, für 40 m³ etwa 10 m³/h und für 50 m³ etwa 12,5 m³/h. Die konkrete Poolpumpe muss anschließend zum Filterkessel und zur Hydraulik der Anlage passen.
Wie groß muss der Filterkessel zur Poolpumpe sein? +
Die Größe des Filterkessels hängt vom erforderlichen Durchfluss und der Filterfläche ab. Als Zielwert kann eine Filtergeschwindigkeit von etwa 30 m/h angesetzt werden. Der konkrete Filterkessel muss für den vorgesehenen Durchfluss und das verwendete Filtermedium geeignet sein.
Wie stark muss eine Poolpumpe für einen Sandfilter sein? +
Die Pumpenleistung muss zum Durchmesser und zur Filterfläche des Sandfilters passen. Als Zielwert für die Filterung kann eine Filtergeschwindigkeit von etwa 30 m/h angesetzt werden. Eine möglichst starke Pumpe ist deshalb nicht automatisch die bessere Wahl.
Ist eine größere Poolpumpe besser? +
Nein. Eine größere Poolpumpe ist nicht automatisch besser. Wenn der tatsächliche Durchfluss zu hoch für den Filterkessel ist, kann die Filtergeschwindigkeit deutlich über dem gewünschten Bereich liegen. Pumpe und Filter müssen deshalb aufeinander abgestimmt sein.
Kann eine Poolpumpe zu stark sein? +
Ja. Eine zu starke Poolpumpe kann einen zu hohen Durchfluss erzeugen und damit die Filtergeschwindigkeit des Filterkessels erhöhen. Außerdem kann eine unnötig hohe Pumpenleistung den Energieverbrauch steigern. Entscheidend ist deshalb nicht die maximale Leistung, sondern der passende tatsächliche Durchfluss.
Was passiert, wenn die Poolpumpe zu klein ist? +
Eine zu kleine Poolpumpe kann den erforderlichen Durchfluss möglicherweise nicht erreichen. Dadurch verlängert sich die für die notwendige Umwälzung benötigte Laufzeit. Je nach Anlage kann außerdem der für bestimmte Betriebszustände, beispielsweise beim Rückspülen, erforderliche Durchfluss fehlen.
Wie lange muss eine Poolpumpe pro Tag laufen? +
Das Poolwasser sollte täglich etwa 2- bis 3-mal vollständig umgewälzt werden. Bei einem 40-m³-Pool und einem tatsächlichen Durchfluss von 10 m³/h dauert eine Umwälzung vier Stunden. Für drei Umwälzungen ergibt sich damit eine Laufzeit von etwa 12 Stunden pro Tag.
Sollte die Poolpumpe auch tagsüber laufen? +
Ja. Die Filterlaufzeit sollte nicht ausschließlich in die Nacht verlegt werden. Während des Tages wird das Poolwasser durch Sonneneinstrahlung, Badebetrieb und Schmutzeintrag stärker belastet. Eine Verteilung der Umwälzung über den Tag unterstützt deshalb eine kontinuierliche Filterung und gleichmäßige Verteilung des Desinfektionsmittels.
Wie viel Strom verbraucht eine Poolpumpe? +
Der Stromverbrauch hängt von der elektrischen Leistungsaufnahme der Pumpe und ihrer täglichen Laufzeit ab. Eine Pumpe mit 0,75 kW Leistungsaufnahme, die 10 Stunden läuft, verbraucht beispielsweise 7,5 kWh. Bei einer frequenzgesteuerten Poolpumpe kann der Verbrauch durch den Betrieb mit reduzierter Drehzahl gesenkt werden.
Was kostet eine Poolpumpe an Strom pro Tag? +
Die täglichen Stromkosten lassen sich aus Leistungsaufnahme, Laufzeit und Strompreis berechnen: elektrische Leistung in kW × Laufzeit in Stunden × Strompreis pro kWh. Bei 0,75 kW, 10 Stunden Laufzeit und einem Strompreis von 0,30 € pro kWh wären das beispielsweise 2,25 € pro Tag.
Was ist der Unterschied zwischen einer ungeregelten und einer frequenzgesteuerten Poolpumpe? +
Eine ungeregelte Poolpumpe arbeitet mit einer festen Drehzahl und damit mit einer festen Leistung. Bei einer frequenzgesteuerten Poolpumpe lässt sich die Drehzahl an den jeweiligen Betriebszustand anpassen. Dadurch kann die Pumpe beispielsweise beim Filtern mit reduzierter Leistung und beim Rückspülen mit höherem Durchfluss arbeiten.
Kann man eine normale Poolpumpe mit einem Frequenzumrichter nachrüsten? +
Ja, geeignete 230-V-Poolpumpen mit fester Drehzahl können unter bestimmten Voraussetzungen mit einem passenden Frequenzumrichter nachgerüstet werden. Dadurch lässt sich die Drehzahl variabel an verschiedene Betriebszustände anpassen. Ob eine Nachrüstung möglich ist, hängt von der vorhandenen Pumpe und den technischen Voraussetzungen ab.
Brauche ich einen Durchflussmesser für die Poolpumpe? +
Ein Durchflussmesser ist nicht zwingend erforderlich, kann aber sehr hilfreich sein. Er zeigt, wie viel Wasser tatsächlich durch die Poolanlage fließt. Damit lässt sich beispielsweise überprüfen, ob die gewünschte Förderleistung erreicht wird und welche Filtergeschwindigkeit die Anlage tatsächlich erzielt.
Brauche ich für eine Wärmepumpe eine stärkere Poolpumpe? +
Nicht automatisch. Entscheidend ist, welchen zusätzlichen Widerstand die Wärmepumpe und die angeschlossene Verrohrung erzeugen. Vor dem Austausch der Pumpe sollte geprüft werden, welchen tatsächlichen Durchfluss die vorhandene Pumpe unter den Bedingungen der Anlage erreicht.
Welche Pumpenleistung wird für einen Bodensauger benötigt? +
Für den Anschluss eines manuellen Bodensaugers sollte die Poolpumpe als Richtwert mindestens 6 m³/h leisten. Besonders bei kleinen Pools ist es sinnvoll, diese Anforderung bereits bei der Auswahl von Poolpumpe und Filteranlage zu berücksichtigen.
Welche Pumpenleistung wird beim Rückspülen benötigt? +
Beim Rückspülen ist ein höherer Durchfluss erforderlich als beim normalen Filtern. Als grobe Orientierung werden für Sand- und Glasfilter häufig etwa 40 bis 50 m/h Filtergeschwindigkeit angesetzt. Die tatsächlichen Anforderungen hängen jedoch vom Filterkessel und vom verwendeten Filtermedium ab. Beachten Sie deshalb immer die Herstellerangaben.
Muss eine Poolpumpe selbstansaugend sein? +
Eine selbstansaugende Poolpumpe wird benötigt, wenn die Pumpe oberhalb des Wasserspiegels installiert wird. Bei einer Installation unterhalb des Wasserspiegels kann grundsätzlich eine normalsaugende Pumpe eingesetzt werden. Entscheidend ist die konkrete Einbausituation.
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