
Die Salzelektrolyse erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Da die meisten Elektrolyse-Verfahren jedoch das Salzwasser direkt im Becken benötigen, herrscht hier eine Salzkonzentration von 0,2 - 0,5%. Dies ist für den Menschen sehr angenehm, fürs Material teilweise aber nicht so sehr: Oftmals kommt es hier zur Korrosionsbildung auf Metallteilen – auch als „Rost auf der Pool-Leiter“ bezeichnet.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Besteht die Leiter aus Edelstahl und dieses kommt mit dem Wasser oder feuchter Luft in Berührung, so greift z. B. der im Wasser gelöste Sauerstoff das Metall an – es oxidiert.
„Anode, du Opfer!“
Um das Rosten zu verhindern, müssen wir uns den dahinterliegenden Prozess genauer anschauen. Die Ursache für den Rost ist die Bildung einer galvanischen Zelle. Dabei werden dem Metall Elektronen entzogen, die positiv geladenen Ionen gehen in die Lösung über.
Um dies zu verhindern, kann man eine sogenannte Opferanode einsetzen. Diese soll sich opfern, indem sie – statt des Edelstahls – den Rost anzieht.
Voraussetzung ist, dass diese in der Spannungsreihe negativer ist als das zu schützende Metall. Eine Opferanode ist also ein Stück unedleres Metall, das zum Korrosionsschutz an anderen Metallteilen eingesetzt wird – in unserem Beispiel die Poolleiter.
Wie funktioniert die Opferanode?
Das zu schützende Metall wird mit der Opferanode leitend verbunden. Es entsteht ein Primärelement. Das schützende Metall ist dann die Kathode und die Opferanode die Anode.
Es fließt dann ein Strom in Richtung des zu schützenden Metalls und die Opferanode gibt seine Elektronen an den Sauerstoff ab – sie oxidiert. Das Wasser ist in diesem Fall unser Elektrolyt und es gewährleistet den Transport der geladenen Teilchen.
Aus welchem Metall soll unsere Opferanode sein?
Wasser ist nicht gleich Wasser. Die Leitfähigkeit von Süßwasser ist z. B. nur gering. Es enthält wenig Salze und ist damit weniger korrosiv.
Unser Salzwasser hingegen hat eine hohe elektrische Leitfähigkeit und führt deshalb relativ schnell zu Korrosions-Erscheinungen. Am besten sind hier Opferanoden aus Zink geeignet.
Wie wird die Opferanode montiert?
Das Metall der Opferanode muss elektrisch leitfähig mit dem zu schützenden Metall verbunden werden. Es dürfen also keine Dichtungen aus Gummi oder anderem isolierendem Material verwendet werden. Dazu kann die Anode direkt an den betroffenen Einbauteilen befestigt werden.
Alternativ verbinden Sie die Anode sowie alle metallischen Pool-Einbauteile über eine Erdungsschraube mit einem Erdungskabel. So werden mit einer einzigen Opferanode alle Einbauteile gleichzeitig geschützt. .
Pflege der Opferanode
Die Opferanode sollte ab und zu gereinigt werden. Dazu nimmt man die Poolleiter aus dem Wasser und entfernt mittels einer Drahtbürste aus rostfreiem Material eventuelle Algen, Beläge und lose / bröcklige Bestandteile. Auf diese Weise kann die Opferanode optimal wirken und Ihre Pool-Leiter ist geschützt.
Austausch der Opferanode
Der Zustand der Opferanode muss regelmäßig kontrolliert werden. Ist diese zu etwa 50% aufgebraucht, sollte sie ersetzt werden. Dabei gibt es kein „zu früh“, sehr wohl aber ein „zu spät“. Wartet man mit dem Austausch nämlich zu lange, dann wird die Leiter vom Rost angegriffen.
Im Zweifelsfall sollte man die Opferanode also lieber zu früh tauschen als zu spät.
»






