
Feng Shui ist in aller Munde. Im Interview verrät Gerhard Zirkel, Chefredakteur von haus-bau-planung.de warum die Planung vor dem Bau eines Swimmingpools so wichtig ist und wie viel komplexes Wissen hinter der philosophischen Lehre des Feng Shui steckt.
Hallo Herr Zirkel. Ihr Portal Haus-Bau-Planung blickt beim Hausbau über den Tellerrand und informiert über Aspekte wie Baubiologie, Geomantie und Feng Shui. Wie sind Sie das erste Mal mit diesen Themen in Berührung gekommen?
So weit ich zurückdenken kann, war mir aber immer schon klar, dass der Mensch nicht unabhängig von seiner Umgebung existiert, sondern ein Teil von ihr ist. Die Erkenntnis, dass meine Umgebung einen großen Einfluss auf mich hat, geht sicher bis in meine Jugendzeit zurück.
Allerdings habe ich das nie auf Dekoration und Gestaltung bezogen, mir war immer schon bewusst, dass dabei viel mehr eine Rolle spielt. Noch lange bevor ich mit den Begriffen Feng Shui und Geomantie in Berührung kam, waren mir die Grundprinzipien also geläufig.
Das Gebiet der Baubiologie kam erst später hinzu, sicher auch durch meine frühere langjährige Tätigkeit in der Chemiebranche. Seit 2004 bin ich ausgebildeter Feng Shui Berater und betreibe Webseiten zu diesem Thema.
Feng Shui bedeutet übersetzt „Wind und Wasser“. Welche Rolle spielt das Element Wasser beim Hausbau und was sollte man entsprechend beachten?
Da muss man erst einmal die Begrifflichkeiten trennen. Die Übersetzung des Begriffes Feng Shui mit Wind und Wasser hat nicht viel mit Wind im Sinne von Sturm und Wasser im Sinne von Teichen oder Pools zu tun.
Vielmehr symbolisieren diese Begriffe jeweils ganze Konzepte die sehr vereinfacht gesagt, die für den Menschen positiven und negativen Einflüsse seiner Umgebung beschreiben. Wie so oft wenn man es mit der eher bildhaften chinesischen Sprache zu tun hat, lässt sich der Begriff Feng Shui nicht einfach wörtlich übersetzen. Was nicht selten zu großen Missverständnissen führt.
Alleine um den Begriff "Wind" im Bezug zum Feng Shui verstehen zu können, ist großes Fachwissen im Bereich der anderen chinesischen Wissenschaften wie TCM nötig. Ähnlich verhält es sich auch mit dem "Wasser".
Wasser in seiner Form als Brunnen, Teich oder Pool hat dennoch eine sehr große Bedeutung in der chinesischen Raumpsychologie Feng Shui. Denn das Element Wasser (korrekter wäre die Wandlungsphase Wasser) hat die Eigenschaft, energetische Einflüsse zu verstärken.
Nur unterscheidet das Wasser nicht, ob diese Einflüsse für den Menschen positiv oder negativ sind. Befindet sich eine größere Menge Wasser in einem Bereich, der sich auf die Menschen in der Umgebung ungünstig auswirkt, kann es große Probleme verursachen.
Welche das sind, hängt von der Gesamtsituation ab. Ich habe während meiner Beraterpraxis sowohl finanzielle als auch gesundheitliche und emotionale Probleme erlebt, die im Extremfall bis zum drohenden Verlust des Hauses geführt haben.
Was bedeutet das nun konkret für die Planung eines Swimmingpools im eigenen Garten?
Die Position eines Pools muss exakt berechnet werden. Befindet er sich an einer ungünstigen Stelle, kann das große Probleme mit sich bringen. Da eine so große Menge Wasser nicht gestalterisch ausgeglichen werden kann, muss ein bereits fertiger Pool im schlimmsten Fall wieder entfernt oder wenigstens geleert werden.
Kann ein Laie das alles im Sinne des Feng Shui umsetzen, oder sollte man besser einen Fachmann zu Rate ziehen? Mit welchem Aufwand und welchen Kosten wäre das dann verbunden?
Ein Laie kann Feng Shui nicht anwenden, auch wenn Dutzende Ratgeberbücher und so mancher Volkshochschulkurs dies so vermitteln. Alleine um die nötigen Grundanalysen durchführen zu können, ist eine jahrelange Ausbildung notwendig und viel Fachwissen.
Denn es wird immer eine Analyse der gesamten Umgebung inklusive des Hauses angefertigt. Diese wird dann in Bezug zu den dort lebenden Menschen gesetzt und daraus ergibt sich ein raumpsychologisches Wirkprofil, das dann entsprechend interpretiert werden kann.
Gerade wenn es um ein Objekt wie einen Pool geht, das mit hohen Kosten verbunden und ortsunbeweglich ist, lohnt es sich, einen Feng Shui Berater zu engagieren. Die Kosten richten sich nach dem Aufwand, entsprechen aber in der Regel nur einem Bruchteil der Kosten für den Pool. Und im Zuge einer Hausplanung ist die Berechnung für den Pool ohnehin inklusive, da der Mehraufwand marginal ist.
Einiges zu den im Feng Shui verwendeten Methoden findet sich unter: http://www.haus-bau-planung.de/feng-shui-methoden/ Das ergibt vielleicht einen kleinen Einblick in die Komplexität des Themas.
Haben Sie einen letzten Tipp, mit dem Jeder das Feng Shui im eigenen Heim ohne viel Aufwand verbessern kann?
Entweder man wendet Feng Shui komplett an, nachdem man eine entsprechende Ausbildung absolviert hat, oder man lässt es ganz. Nur ein bisschen Feng Shui anzuwenden wäre, also ob man ein Haus plant und nur ein bisschen Architektur anwendet. Oder als ob man sich selbst gesund machen möchte, aber nur ein bisschen Medizin anwendet.
Soll kein Berater engagiert und Feng Shui auch nicht selber gelernt werden, dann empfiehlt es sich, ganz darauf zu verzichten und gleich "nur" auf das Bauchgefühl zu hören. Das kann zwar keinen Pool positionieren, bei der Gestaltung der eigenen vier Wände leistet es aber gute Dienste.
Vielen Dank für das nette Gespräch.






