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Richtig oder falsch? Neun beliebte Pool-Irrtümer

Richtig oder falsch? Neun beliebte Pool-Irrtümer.

Seit Jahren geistern in Foren und den sozialen Netzwerken Aussagen, welche nicht stimmen – aber gerade dort immer wieder aufgegriffen werden.
Die Folge: Man liest es mehrmals und meint dann, es sei richtig. So halten sich falsche Aussagen und Missverständnisse trotz diverser Richtigstellungen über Jahre.

Wir wollen an dieser Stelle mal einige dieser „Fakten“ widerlegen. Damit zumindest die Poolpowershop-Kunden es besser wissen ;)

1. Für einen privaten Pool ab 1,50 m Wassertiefe benötige ich einen Bademeister.

Diese Aussage ist falsch.

Was ist richtig?
Einem Pooleigentümer obliegt die Verkehrssicherungs-Pflicht. Er muss mit geeigneten Mittel verhindern, dass z. B. Kinder aufgrund ihrer Neugier das unzureichend gesicherte Grundstück betreten bzw. auf dem Grundstück befindliche Gefahrenquellen mit geeigneten Schutz-Einrichtungen so absichern, dass keine Schadensquellen vorhanden sind.

Dazu kommt die Aufsichts-Pflicht. Gemäß DIN EN 16582 ist jederzeit eine ständige, aktive und wachsame Beaufsichtigung schwacher Schwimmer und Nichtschwimmer durch eine sachkundige erwachsene Aufsichtsperson erforderlich (es wird daran erinnert, dass das größte Risiko des Ertrinkens bei Kindern unter 5 Jahren besteht).
Bestimmen Sie immer eine sachkundige erwachsene Person, die das Becken überwacht, wenn es benutzt wird.
Schwache Schwimmer oder Nichtschwimmer sollten persönliche Schutzausrüstung (Schwimmflügel, Schwimmweste etc.) tragen, wenn sie in Schwimmbecken gehen.

Beide Themen sind sehr komplex und man sollte diesen vor einem Pool- oder Teich-Bau ausreichend Aufmerksamkeit schenken. Der Pool-Fachhandel bietet diverse Sicherheitseinrichtungen wie Sicherheits-Abdeckungen, Sicherheits-Leitern etc.

Verkehrssicherungs-Pflicht und Aufsichts-Pflicht greifen bei jeder Wassertiefe und sind durch den Inhaber ausreichend zu gewährleisten.

2. Mein Pool riecht nach Chlor – also ist mein Chlorgehalt zu hoch.

Diese Aussage ist falsch.

Der klassische Chlor- oder Schwimmbad-Geruch entsteht nicht durch zu viel, sondern durch zu wenig aktives freies Chlor im Poolwasser. Weiterhin können Probleme wie Augenbrennen auftreten.
Durch zu wenig aktives freies Chlor entstehen Chloramine (gebundenes Chlor). Das ist eine Verbindung, welche aus der Reaktion von Chlor mit Harnstoff entsteht. Diese Verbindung kann nur durch genügend freies aktives Chlor beseitigt werden.

Der Wert des freien aktiven Chlors sollte deshalb immer zwischen 0,8 und 1,5 mg/l liegen.
Der Wert des gebundenen Chlors sollte max. 0,5 mg/l betragen. Je kleiner dieser Wert ist, desto besser. Ein zu hoher Wert kann durch eine Schock-Chlorung abgebaut werden.

Die regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte (pH-Wert, freies Chlor, gebundenes Chlor und – wenn vorhanden – Cyanursäure) ist das A und O für qualitativ gutes und gesundes Poolwasser.

Wir empfehlen die Verwendung eines Pooltesters, z.B. „Scuba 2" bzw. „PoolLab 1.0".

3. Cyanursäure befindet sich nur in Multi-Tabs.

Diese Aussage ist falsch.

Cyanursäure enthalten alle organischen Chlor-Produkte (Granulat oder auch Tabs).

Cyanursäure hat die positive Eigenschaft, dass das zur Desinfektion wichtige “freie Chlor“ durch UV-Strahlung nicht zu schnell unwirksam wird.

Die negative Wirkung ist, dass sich die Cyanursäure im Poolwasser immer weiter anreichert. Das hat zur Folge, dass mit steigendem Gehalt die Wirkung des freien Chlors immer mehr abnimmt.

Das Ansteigen des Cyanursäurewertes kann nur durch genügend Frischwasser-Zufuhr verhindert werden. Für die Kontrolle des Cyanursäure-Wertes empfehlen wir den Einsatz eines Pooltesters, z.B. „Scuba 2“ bzw. „PoolLab 1.0“.

4. Mit dem Einsatz von Multi-Tabs schade ich meiner Gesundheit.

Diese Aussage ist falsch.

Im Poolfachhandel angebotene Multi-Tabs entsprechen allen Vorschriften, die hinsichtlich der Produktion von Poolpflege-Produkten zu beachten sind. So enthalten beispielsweise die Multitabs der Firma Bayrol keine gesundheits-gefährdenden und abwasser-belastenden Schwermetalle.

Jedes Poolpflege-Produkt muss richtig dosiert werden. Bei richtiger Dosierung geht von Multi-Tabs keine Gefahr für Ihre Gesund aus.  

5. Multi-Tabs machen das Wasser grün.

Diese Aussage ist falsch.

Ein häufiger Auslöser von grünem Poolwasser aufgrund Algen-Wuchses ist zu wenig freies aktives Chlor im Poolwasser. Entweder wurde zu wenig dosiert oder ein hoher Wert an Cyanursäure hat die Wirkung des freien Chlors stark verringert (siehe Punkt 3).

Eine zu geringe Dosierung kann bei jeder Art der Desinfektion des Poolwassers auftreten.
Die Produktform „Multi-Tab“ ist also nicht der Auslöser einer Algenbildung. Auch hier gilt: Die regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte (H-Wert, freies Chlor, gebundenes Chlor und – wenn vorhanden – Cyanursäure) ist das A und O für qualitativ gutes und gesundes Poolwasser.
Wir empfehlen die Verwendung eines Pooltesters, wie z.B. „Scuba 2“ bzw. „PoolLab 1.0“.

6. Zusätzliche Einbauteile gefährden die Stabilität eines Pools.

Zu diesem Thema liest man häufig – gerade bei Stahlwandbecken – folgendes: „Ich habe auf Dinge wie einen größeren Skimmer, zusätzliche Einlauf-Düsen und Unterwasser-Scheinwerfer verzichtet, damit die Stabilität des Beckens nicht herabgesetzt oder sogar gefährdet wird.“
Die Stahlwand wird dann gerne mit einem löchrigen Käse verglichen.  

Diese Aussage ist falsch.

Wichtig ist es, alle in die Stahlwand eingebrachten Ausschnitte ausreichend gegen Korrosion zu sichern, z.B. mit Fermit Zinkspray. Weiterhin bietet der Pool-Fachhandel viele Einbauteile mit einer Lippendichtung an. Bei dieser Art der Abdichtung kommt die Schnittstelle in der Stahlwand nicht mit dem Poolwasser in Berührung.

Wenn Sie in Ihrem Stahlwandbecken Skimmer, Einlauf-Düsen oder auch Unterwasser-Scheinwerfer aus dem Pool-Fachhandel nach Einbauvorschrift montieren und einen ordnungsgemäßen Korrosionsschutz vornehmen, brauchen Sie sich um die Stabilität Ihres Pools keine Sorgen zu machen.

7. Ich gebe regelmäßig Kupfersulfat in meinen Pool – es verhindert sicher die Algenbildung bzw. beseitigt vorhandene Algen.

Ja das stimmt – aber nun bitte weiterlesen!

Oft wird es als Geheimtipp des Nachbarn angepriesen. Es ist aber in der Praxis nicht zu empfehlen und z.B. in öffentlichen Schwimmbädern sogar verboten.
Die Gründe:

  • Kupfer ist ein Schwermetall und deshalb gesundheitsschädlich
  • In Schwimmbecken können Flecken entstehen, die nur schwer zu entfernen sind
  • Blonde Haare und Badebekleidung können sich grünlich verfärben
  • Poolwasser mit Kupfersulfat ist umweltschädlich
  • In das Poolwasser gehört kein Kupfersulfat!

Ausreichend freies wirksames Chlor und Wasserbewegung / Filterung ist der beste Algenschutz. Für eine erhöhte Sicherheit kann ein Algizid genutzt werden: Desalgin bzw. für Pools mit Gegenstrom-Anlage und / oder Wasser-Attraktionen Desalgin Jet.  

8. Vitamin-C / Ascorbinsäure beseitigt grüne oder braune Wasser-Verfärbungen.

Ja und Nein.

Der „Geheimtipp“ Vitamin-C kann keine grünlichen Wasser-Verfärbungen durch Algen beseitigen.
Im Gegenteil: Das im Poolwasser vorhandene Chlor verbraucht sich schneller und das Vitamin-C fördert das Wachstum der Algen.

„Erfolgreich“ ist der Einsatz von Vitamin-C bei Wasser-Verfärbungen, welche durch Eisen oder Mangan auftreten. Diese Stoffe sind oft im Brunnenwasser enthalten. Vitamin-C senkt den pH-Wert des Wassers im Pool und besitzt ein starkes anti-oxidatives Potenzial. Durch diese Eigenschaften wird braunes Eisen-(III)-Oxid und Mangan-(IV)-Oxid zu Eisen-(II)-Oxid bzw. Mangan-(II)-Oxid reduziert. Mit dieser Reduktion verschwindet auch die braune Färbung des Wassers. Allerdings nur die Färbung: Eisen und Mangan sind immer noch im Pool enthalten! Auch ist die Wirkung nur vorübergehend.

Vitamin-C im Pool führt zu einer Verminderung der Chlor-Wirkung und fördert damit u.U. sogar das Algenwachstum. Verfärbungen durch Metalle kann es nur zeitweilig beseitigen.
Poolwasser mit hohem Eisen oder Mangangehalt sollte man deshalb nicht zur Pool-Befüllung verwenden oder bei ausreichend Erfahrung das vorhandene Eisen oder Mangan mit einer Schock-Chlorung ausfällen. Für das Entfernen der Rückstände ist dann eine leistungsfähige Filteranlage erforderlich.

9. Das durch eine Salzelektrolyse-Anlage produzierte Chlor ist im Poolwasser prinzipiell nicht messbar.

Diese Aussage ist falsch.

Wenn wir im Pool kein freies Chlor messen können, dann ist die Salzelektrolyse-Anlage unterdimensioniert oder hat eine zu kurze Laufzeit.
Oft kommt dann noch die Aussage, dass „freies Chlor nur bei einem Zusatz von Cyanursäure messbar“ sei. Diese Aussage ist ebenfalls verkehrt.

Auch bei der Verwendung einer Salzelektrolyse-Anlage muss immer genügend freies Chlor im Pool sein – und dieses ist dann natürlich auch messbar. Ist dies nicht der Fall, ist die Salzelektrolyse-Anlage unterdimensioniert bzw. deren Laufzeit zu kurz.


Fazit

Wir hoffen, mit diesem Blog einige der weit verbreiteten „Weisheiten“ genauer erläutern zu können. Wenn Ihnen also beim nächsten Mal jemand mit „das steht aber überall so“ kommt, dann haben Sie hier die entsprechende Gegen-Argumentation.
Und natürlich wollen wir Ihnen als Pool-Besitzer damit etwas Sicherheit im Halbwissen-Dschungel des Internets geben.

Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, lassen Sie gerne einen entsprechenden Kommentar da. Auch für Kritik sind wir jederzeit offen.

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