Desinfektion mit Aktivsauerstoff: Lohnt der Umstieg noch?

Wasserstoff-Peroxid, auch Aktivsauerstoff genannt, ist als Desinfektions-Methode sehr beliebt. Und das hat gute Gründe, schließlich ist es geruchslos, sanft zu Haut und Haaren und es besteht keine Gefahr von Augen- und Schleimhautreizungen.

Gesetzgeber verbietet Verkauf
Bislang hatten die verkauften Desinfektions-Mittel eine sehr hohe Konzentration an Aktivsauerstoff.
Dies hat der Gesetzgeber nun verboten, die maximale Konzentration muss unter 12% liegen – deutlich unter dem, was bisher verkauft wurde.

Wir werden Ihnen in diesem Blog kurz erläutern, wie der Stand der Dinge ist, was Sie als Nutzer von Wasserstoff-Peroxid beachten sollten und ob sich der Umstieg auf Wasserstoff-Peroxid jetzt noch lohnt.

Was hat die derzeitige Regelung für Auswirkungen?
All diejenigen, die bereits mit Wasserstoff-Peroxid desinfizieren, werden es bemerkt haben: Die Hersteller haben bereits reagiert und neue Produkte auf den Markt gebracht.
Bayrosoft Light ist so ein neues Produkt. Es hat eine maximale Aktivsubstanz-Konzentration von 11,9%, und kann somit unbedenklich und ohne jegliche Einschränkungen vom Endverbraucher gekauft werden.
Die Rezeptur selbst hat sich nicht geändert, das heißt die Wirkstoffweise und der Synergie-Effekt mit dem enthaltenen, schaumfreien Algizid besteht nach wie vor.

Aber: Aufgrund der reduzierten Konzentration muss die dreifache Menge dosiert werden, um die notwendigen 50 mg/L am Dosiertag zu erreichen.
Da bedeutet für den Kunden: Er muss die dreifache Menge kaufen. Und da sich der Preis des neuen Produkts im Vergleich zum alten nicht auf ein Drittel reduziert hat, wird die Desinfektion mit Wasserstoff-Peroxid deutlich teurer.

Besitzer von Dosier-Anlagen müssen die Dosiermenge am Gerät manuell um die dreifache Menge erhöhen (1,5 L pro 10 m³ Poolwasser), bis ein entsprechendes Software-Update bereitsteht.

Lohnt sich der Umstieg auf Wasserstoff-Peroxid noch?
Bayrol, Hersteller von Poolpflegemitteln (unter anderem auch Wasserstoff-Peroxid), hat da eine ganz eindeutige Meinung: „Wir möchten Sie an dieser Stelle […] vorsorglich darauf hinweisen, dass die Desinfektionsmethode auf Basis von flüssigem Sauerstoff unter der Biozid-Verordnung höchstwahrscheinlich keinen Bestand haben wird.“

„Keinen Bestand haben wird“ sagt natürlich nichts über den Zeitpunkt aus, aber Bayrol ist ja schließlich auch Hersteller von Pool-Chemie und keine Wahrsager-Vereinigung.
Ob und wann Aktiv-Sauerstoff als Desinfektionsmethode vom Markt verschwinden wird, ist also unklar. Dass es passieren wird, davon geht man bei Bayrol aber aus.

Prinzipiell ist die Umrüstung von Dosieranlagen relativ einfach. So lassen sich die „Pool Relax“ und „Pool Manager“ Geräte von einer Desinfektions-Art auf eine andere umstellen (hier finden Sie die entsprechenden Umrüst-Sätze). Die Umrüstung kann dabei durchaus auch vom Endkunden durchgeführt werden.

Sollte es also tatsächlich dazu kommen, dass die Desinfektion mit Wasserstoff-Peroxid irgendwann nicht mehr möglich und / oder einfach zu umständlich wird, lassen sich bestehende Anlagen umrüsten.

Sie desinfizieren bereits mit Wasserstoff-Peroxid?
Dann empfehlen wir, einfach abzuwarten.

Und sollte irgendwann tatsächlich mal die Desinfektion mit Wasserstoff-Peroxid verboten werden oder total unwirtschaftlich sein, können Sie immer noch umsteigen.

Fazit
Derzeit ist die Desinfektion mit Wasserstoff-Peroxid schon etwas umständlich. Die Hersteller von Dosieranlagen werden durch Software-Updates da hoffentlich schnell Abhilfe schaffen.

Bayrol hat für seine "Pool Manager" Geräte bereits ein Update veröffentlicht, für die Pool Relax Geräte ist ein Update in Vorbereitung und sollte bis zum Spätsommer / Herbst zur Verfügung stehen.
Sobald dies so ist, brauchen sich Nutzer von Wasserstoff-Peroxid auch keine größeren Sorgen zu machen, da selbst im schlimmsten Fall der Umstieg auf eine andere Desinfektions-Methode immer noch möglich ist.

Wer hingegen jetzt einen Pool baut oder über den Umstieg auf Wasserstoff-Peroxid nachdenkt, der sollte sich genau überlegen, ob die Vorteile die Nachteile aufwiegen. Und ob Sie damit leben können, die Dosieranlage irgendwann eventuell umrüsten zu müssen.

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