Babyschwimmen: Asthmagefahr durch Desinfektion mit Chlor? Was kann ich als Schwimmbadbesitzer tun? Und was kann ich als Badegast tun?

Eines vorweg. Es geht nicht darum den Spaß am Schwimmen zu vermiesen. Vielmehr geht es darum den Chlorverbrauch zu senken, um somit auch die Entstehung von Chlor-Reaktionsprodukten zu senken z.B. Trichloramin. Im öffentlichen Schwimmbad oder im Hotelschwimmbad haben wir begrenzten Einfluss. Vor dem Baden ordentlich duschen und nicht ins Becken „pinkeln“ sind nur zwei Maßnahmen. 

Chlor muss sein, damit wir uns nicht beim vorneweg Schwimmenden anstecken. Die Desinfektion mit Chlor hat zur Folge, dass von den Krankheitserregern, die ein Schwimmer ins Wasser abgibt, innerhalb von 30 Sekunden nur noch einer von 10.000 infektiös sind. Hier spricht man auch von der Keimtötungsgeschwindigkeit. 

Was kann ich mit meinem eigenen Pool im Garten machen? In der privaten Pool-Anlage sieht das schon anders aus. Hier kann der Besitzer der Poolanlage großen Wert auf eine moderne Wasseraufbereitung legen. Außerdem ist der Pool auch nicht so hoch frequentiert wie ein öffentliches Schwimmbad. Dazu unsere Empfehlung weiter unten.   

Im Jahr 2011 hat eine Mitteilung vom Umwelt Bundesamt für Unruhe bei Eltern gesorgt 

UBA (Umwelt Bundesamt): Für Kinder unter zwei Jahren, die familiär mit Allergien vorbelastet sind, vorerst kein Babyschwimmen. 

Schwimmen ist gut für die Gesundheit. Deshalb - und auch zum Schutz vor dem Ertrinken - wird Schwimmen in der Schule unterrichtet. Aber: Zur Desinfektion von Schwimmbadwasser ist Chlor erforderlich. Möglicherweise können Reaktionsprodukte des Chlor bei Risikogruppen zur Entwicklung von Asthma beitragen. Vor allem Trichloramin, ein Reaktionsprodukt aus Chlor und dem von Badegästen eingetragenem Harnstoff, ist als asthmaauslösende Substanz in Verdacht geraten. Ob tatsächlich eine Schadwirkung auf das Lungenepithel im frühkindlichen Stadium ausgeht und diese zu Asthma führt, kann auf Grund fehlender Daten zur Wirkschwelle von Trichloramin noch nicht abschließend beurteilt werden. Besorgten Eltern von Kindern unter 2 Jahren, in deren Familien gehäuft Allergien auftreten, empfiehlt das Umweltbundesamt, aus Vorsorgegründen vom Babyschwimmen abzusehen, bis geklärt ist, ob sich der Verdacht bestätigt. Alle anderen Kinder und Erwachsene können Schwimmbäder mit einer Wasseraufbereitung nach den allgemein anerkannten regeln der Technik weiter ohne Bedenken nutzen. 

UBA-Präsident Jochen Flasbarth fordert die Bevölkerung auf, einfache Hygieneregeln für ein gesundes Baden zu beachten: "Schwimmen ist gesund für Kinder und Erwachsene! Jeder sollte vor dem Baden gründlich Duschen!" Trichloramin entsteht, wenn Chlor im Beckenwasser mit Harnstoff in Kontakt kommt, den die Badenden über Schweiß, Urin, Kosmetika oder Hautschuppen ins Wasser einbringen. Trichloramin verursacht den typischen Hallenbadgeruch, der als "Chlorgeruch" empfunden wird.

Von den Schwimmbadbetreibern (damit sind öffentliche Schwimmbäder gemeint) verlangt Flasbarth, verfügbare Techniken zur Wasseraufbereitung konsequent zu nutzen: "Hallenbadbetreiber können die Belastung mit Trichloramin senken, indem sie genügend Frischwasser zuführen, ihre Bäder ausreichend belüften und nach allgemein anerkannten Regeln der Technik bauen und betreiben. Moderne Technik und intensive Aufklärungsarbeit können das Problem so weit lösen, dass Gesundheitsrisiken durch Reaktionsprodukte des Chlors minimiert werden." 

Eine ausreichende Desinfektion des Beckenwassers - meist mit Chlor - ist unerlässlich: Denn nicht selten ist jemand mit Krankheitserregern infiziert, ohne Krankheitssymptome zu haben. Geht diese Person dann ins Schwimmbad, so ist es unvermeidlich, dass Erreger in das Beckenwasser gelangen. Dass durch die Desinfektion - in geringen Konzentrationen - Desinfektionsprodukte wie Trichloramin unvermeidlich entstehen, wird als kleineres Übel akzeptiert. 

Die Schwimm- und Badebeckenwasserkommission des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) beim UBA empfiehlt, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, eine Bildung oder Anreicherung von Trichloramin und anderen Desinfektionsnebenprodukte so gering wie möglich zu halten. (Auch hier sind in erster Linie öffentliche Schwimmbäder insbesondere Schwimmhallen gemeint. Weiter unten komme ich noch zu der privaten Schwimmbadanlage. Meist haben wir ja Pool-Anlagen im Garten.)

  1. Die Aufbereitungs- und Lüftungstechnik sollte auf dem Stand der allgemein anerkannten Regeln der Technik sein.
  2. Badegäste müssen über ihren Einfluss auf die Wasserqualität informiert werden. Vor dem Baden unbedingt duschen! Schweiß, Hautschuppen, Kosmetika und Urinreste gehören nicht ins Schwimmbad. Dadurch entsteht Trichloramin. Und das Schwimmbecken soll nicht als Toilette benutzt werden.
  3. Sowohl Badbetreiber im Rahmen der Eigenkontrolle als auch Gesundheitsämter im Rahmen ihrer Überwachung sollten die chemischen Parameter entsprechend den Vorgaben der DIN 19643 und der UBA-Empfehlung regelmäßig prüfen und auf deren Einhaltung hinwirken.
  4. Trotz dieser Maßnahmen kann ein zusätzliches Risiko, an Asthma zu erkranken, nach dem gegenwärtigen Wissensstand für die empfindlichste Personengruppe - Kleinkinder unter 2 Jahren mit allergischer Prädisposition - nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

 Was kann ich als Besitzer eines Swimmingpools im Garten oder einer privaten Schwimmhalle tun?

Man muss hier differenzieren. Beim Pool im Garten haben wir von Natur aus eine andere Luftzirkulation als in einer Halle. Draußen macht aber der Schmutzeintrag zu schaffen. Blätter, Insekten und/oder weitere Umwelteinflüsse. Sonneneinstrahlung, die am nicht stabilisiertem Chlor zerrt usw.! Hier gilt Schmutzeintrag verhindern durch Abdecken. Stabilisiertes Chlor benutzen, damit immer genügend Chlor im Wasser zur Verfügung steht. Wenn es einmal zu spät ist, dann hilft nur noch eine Schockchlorung. Bioresistentes Filtermaterial (AFM) benutzen, damit im Sandfilter kein Biofilm entsteht. Ein Biofilm haut die Trichloraminwerte so richtig nach oben. Und ... vor dem Baden ordentlich duschen! Auch badende Kinder aufklären nicht in den Pool zu pullern.

Außerdem ist es unerlässlich in regelmäßigen Abständen (wir empfehlen 1 x wöchentlich) eine ordentliche Rückspülung zu machen. Hier sollten es je nach Poolgröße 1 - 3 Minuten sein. Im Anschluss den Pool wieder mit Frischwasser auffüllen.

3 große Vorteile hat die Rückspülung.

  1. Der Schmutz, der im Sandbett ist, kommt raus. Das zerrt sonst am Chlor und bildet Reaktionsprodukte.
  2. Es werden bereits vorhandene Reaktionsprodukte aus dem Schwimmbadwasserkreislauf entfernt und Frischwasser verdünnt noch vorhandene Trichloramine weiter.
  3. Ein sauberer Sandfilter filtert deutlich besser und verbraucht weniger Chlor.

Ähnlich ist es in einer Schwimmhalle. Hier ist allerdings der Schmutzeintrag von Natur aus geringer. Aber auch hier gilt: Duschen! Abdecken! Regelmäßig Rückspülen und mit Frischwasser wieder auffüllen! 

Was leistet heute eine moderne Wasseraufbereitung? 

Die moderne Wasseraufbereitung besteht aus mehreren Bausteinen. Sie können einzelne Bausteine für Ihre Pool-Anlage nutzen oder nach und nach umbauen. AFM aber ist der wichtigste Baustein.

Chlor sparen mit AFM! Ein weiterer Baustein in der „Modernen Poolwasseraufbereitung“ by Dryden Aqua

Im Frühjahr oder beim Filtersandaustausch bietet sich die Gelegenheit über eine moderne Wasseraufbereitung nachzudenken. Während es in der Vergangenheit als Filtermedien nur Quarzsand oder Filterkartuschen gab, so hat der Poolkunde heute die Qual der Wahl zwischen vielen Filtermedien. Seit einigen Jahren gibt es AFM Filterglas. AFM ist nicht irgendein Filterglas wie zahlreichen Nachmacher-Produkte. Hinter AFM steckt mehr. Im Prinzip ist es ein Baustein eines modernen Poolwasseraufbereitungskonzepts.

Die Firma Dryden Aqua ist der Hersteller von AFM. Die Herstellung von AFM erfolgt auf sehr hohem Qualitätsniveau! Dryden Aqua ist ISO zertifiziert. Das Herstellungsverfahren ist kein Geheimnis. Glas wird zerkleinert, gewaschen und in verschiedene Korngrößen gesiebt. Ein spezielles Verfahren schließt das Auftreten von scharfkantigen Glassplittern aus. Zum Abschluss wird die Oberfläche von AFM speziell aktiviert, so dass sie negative Ladungen trägt. Diese Aktivierung hilft Trüb- und Schwebstoffe besonders effizient ausfiltern. Außerdem sorgt die Aktivierung dafür, dass die ausgefilterten Schwebstoffe weniger stark am Glas anhaften als an Quarzsand. Dadurch ist das Rückspülen deutlich leichter und es bleiben keine „Bakterien-Nester“ und/oder Biofilme zurück.

Wann sollte der Filtersand gewechselt werden?

Öffnen Sie doch mal den Filterkessel und schauen sich den Filtersand genauer an. Meistens ist es so: Entweder ist der Sand stark verkrustet und pappt zusammen oder der Sand ist klebrig und riecht zudem noch übel. Die klebrige Masse ist ein Biofilm. Eine Art Schleim, den Bakterien ausscheiden, um sich zu schützen.

Spätestens jetzt sollten Sie entweder den Sand tauschen oder auf AFM umsteigen. Biofilme gehören mit AFM und dem modernen Wasseraufbereitungskonzept der Vergangenheit an. AFM ist ein bioresistentes Filtermaterial. Bakterien haben keinen Boden auf dem sie sich entwickeln können.

Was ist das Ziel einer modernen Schwimmbadwasseraufbereitung mit AFM?

Die Übertragung von Krankheitserregern zwischen den Badegästen zu verhindern und schädliche Desinfektionsnebenprodukte (z.B. Trichloramine) zu minimieren. Bisher versuchte man durch noch mehr Desinfektionsmittel dieses Ziel zu erreichen. In Zukunft gehen wir aber in die Richtung "Verhindern, statt abtöten".

Wie?

  1. Aufgrund des bioresistenten Filtermaterials AFM haben Bakterien keinen Boden, auf dem sie sich entwickeln können.
  2. Durch Koagulation (Zusammenballung von Teilchen), Flockung und AFM Filtration wird Bakterien die Nahrung entzogen. Somit wird das Wachstum verhindert.
  3. Daisy! Dryden Aqua Integriertes System filtriert die größtmögliche Menge an Störfaktoren aus und minimiert so den Chlorbedarf auf ein niedriges Niveau. Je weniger Chlor verbraucht wird, desto weniger schädliche Chlornebenreaktionsprodukte können entstehen.

Daisy! 3 Schritte zur modernen Schwimmbadwasserpflege.

1. Filtration mit AFM

AFM ist wie oben bereits beschrieben ein bioresistentes Filtermaterial. Mit AFM kann sich kein Biofilm im Filterbett bilden. Das bedeutet: kein giftiges Trichloramin, kein Chlorgeruch, weniger Chlorverbrauch und eine deutlich reduzierte Bedrohung durch Krankheitserreger.

 2. Koagulation und Flockung mit APF und ZPM

AFM erreicht eine Filterfeinheit von 5 Mikron bei 20 m/h Filtrationsgeschwindigkeit. Wenn man zusätzlich optimierte Koagulation und Flockung durch APF (All Poly Floc) und ZPM (Zeta Potential Mixer) einsetzt, wird eine Filterschärfe von 0,1 Mikron unterschritten. Dabei werden auch viele gelöste Stoffe ausfiltriert. Die gelösten Stoffe sind für ca. 80% des Chlorbedarfs verantwortlich! Wenn es also gelingt, diese auszufällen und auszufiltern, verringert sich der Verbrauch an Chlor oder anderen Desinfektionsmitteln stark. Alles was ausfiltriert und im Rahmen der Rückspülung aus dem Kreislauf entfernt werden kann, muss nicht oxidiert ("weggechlort") werden. Je besser die Filtration ist, desto niedriger ist der Chlorverbrauch und desto weniger Desinfektionsnebenprodukte werden erzeugt.

APF: All Poly Floc

APF ist das effektivste auf dem Markt erhältliche Koagulations- und Flockungsmittel. Es flockt feinste Trübstoffe (Kolloide) zu großen filtrierbare Flocken. Es koaguliert aber auch gelöste Stoffe. Koagulation steht für die Ausfällung von gelösten Teilen in feinste Feststoffe (Kolloide). 80% Oxidationsbedarfes stammen von gelösten Wasserinhaltsstoffen. APF besteht aus 6 verschiedenen Elektrolyten und Polyelekrtolyten und deckt damit das breitest mögliche Spektrum an Flockungsfiltration ab.

Wie funktioniert APF?

  • Koagulation beschreibt den Prozess der im Wasser gelösten, negativ geladenen Teile sowie deren Ausfällung in Kolloide. Die Koagulation erfolgt innert Sekundenbruchteilen. Die Einmischung muss turbulent sein. Wir empfehlen, APF immer zusammen mit dem Dryden Aqua ZPM (statischer Mischer) einzusetzen.
  • Flockung beschreibt den Prozess der Zusammenballung der Kolloide in gut filtrierbare Flocken. Der Prozess dauert mehrere Minuten und sollte möglichst sanft ablaufen. Die Flocke darf nicht mehr zerschlagen werden.

Wie wird APF angewendet?

Die Dosierung sollte gleichmäßig und permanent erfolgen. Es wird ca. 1 ml pro m³ Umwälzleistung benötigt. Dafür sollten nur Schlauchpumpen eingesetzt werden, die diese kleinen Dosiermengen auch permanent dosieren können. Wir empfehlen dazu unsere Dryden Aqua Flockungspumpe. Um eine optimale Wirkung zu erzeugen, wird APF über einen ZPM-Mischer vor dem Filter zugegeben. Da der pH-Wert im Neutralbereich liegen muss, ist eine pH-Regulierung Pflicht. Für beste Resultate sollte die Karbonathärte > 60 ppm und die Gesamthärte > 100 ppm betragen. 

Einer der Elektrolyten in APF ist NoPhos. 20 Liter APF enthalten 0,5 l NoPhos, welches speziell zur Ausfällung von Phosphaten entwickelt wurde. Bakterien und Algen können ohne Phosphate nicht wachsen. 

APF enthält für die meisten Schwimmbäder genügend NoPhos. Bei starker Phosphatbelastung empfehlen wir, APF zusätzlich mit 1 l NoPhos zu verstärken oder NoPhos direkt ins Becken zu geben.

ZPM: Zeta Potential Mixer

ZPM von Dryden Aqua steht für Zeta Potential Mischer. ZPMs sind statische Mischer zur Kavitation von Wasser. Sie sind aus Edelstahl (1.4571) und für Meerwasseranwendungen in Titan gefertigt. Im ZPM sind zwei resp. Drei speziell geformte Finnen eingeschweißt, die dem Wasser jeweils einen Richtungswechsel geben. Die Wassermoleküle werden dabei stark geschüttelt und auseinandergezogen (kavitiert).

Es werden Nano-Blasen erzeugt, das Zeta Potential (Ladung zwischen den Teilen) im Wasser wird reduziert und das Redoxpotential erhöht. Je höher der erzeugte Druckverlust ist, desto stärker sind die Kavitationsreaktionen. ZPMs werden vor dem Filter zur Optimierung von Koagulations- und Flockungsprozessen eingesetzt. Der ZPM nach dem Filter zerschlägt Bakterienkolonien und unterstützt dadurch die Desinfektion. Die Bakterien verlieren ihren Schutzmechanismus (den Biofilm) und das Desinfektionsmittelkann sie oxidieren. ZPMs sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der modernen DAISY Wasseraufbereitung.

Wie funktioniert der ZPM vor dem Filter?

Statische Mischer werden in der Wasseraufbereitung seit vielen Jahren erfolgreich zur Optimierung der Flockungsfiltration eingesetzt. Dryden Aqua bringt diese bewährte Technologie jetzt auch in die Schwimmbadindustrie. APF wird über den ZPM dosiert. Der ZPM sorgt für eine sofortige, vollständige und sehr turbulente Durchmischung von APF. Diese Turbulenz ist eine Voraussetzung, dass die Koagulationsreaktionen stattfinden. Der ZPM vor dem Filter sollte geerdet sein, da im ZPM Elektronen von den Molekülen abgestreift und über die Erdung abgeleitet werden. Die negative Ladung zwischen den Teilchenwird reduziert. Alleine durch mechanische Energie kommt es zu Koagulations- und Flockungsreaktionen. Mit einer einmaligen Investition verbessern Sie Ihre Flockungsfiltration ein Leben lang.

3. Verstärkung der Oxidation durch ACO und ZPM

ZPM nach dem Filter für mechanische Desinfektion und Zerschlagung von Bakterienflocken.

Bakterien und andere Pathogene entwickeln sich im Filter, im Ausgleichsbehälter und im Leitungssystem. Gewisse Pathogene (z.B. Kryptosporisdien) sowie biofilmgeschützte Bakterienkolonien sind enorm chlorresistent. Der ZPM dient als Sicherheitsbarriere gegen Pathogene. Durch die Nanoblasen werden Bakterienflocken und auch einzelne große Bakterien zerschlagen. Das ermöglicht dem Chlor eine schnelle und effektive Desinfektion. Die Wirkung des Desinfektionsmittels steigt und dies rein mechanisch, d.h. ohne zusätzlichen Einsatz von Chemie!

ACO – für aktive katalytische Oxidation

ACO steht für aktive katalytische Oxidation und ist ein Katalysator (Reaktionsbeschleuniger), der mit der Kraft der Sonne oder mit kurzweiligem UV-Licht reagiert und die natürliche Photooxidation unterstützt. UV- und Sonnenlicht desinfizieren Wasser, indem sie, ähnlich wie Chlor, Oxidationsreaktionsreaktionen verursachen. Wenn ACO dem Wasser zugegeben wird, werden diese natürlichen Oxidationsreaktionen enorm verstärkt. Es bilden sich freie Radikale, welche oxidieren ohne unerwünschte Nebenreaktionen zu erzeugen.

ACO hat drei wesentliche Funktionen:

  1. Verstärkt die natürliche Oxidation und unterstützt vorhandene Oxidationsmittel wie Chlor.
  2. Schütz Chlor vor der Photooxidation durch die Sonne.
  3. Als katalytisches Flockungsmittel wirkt es speziell mit APF synergetisch (doppelstufige Flockung)

Da ACO ein Katalysator ist, wird er nicht verbraucht. ACO braucht etwa 8 Wochen, um seine Wirkung voll zu entfalten.

Wie funktioniert ACO?

ACO besteht aus eine Mischung von Polysilikaten und Metalloxiden. Die kurzwelligen, energieintensiven UV-Strahlen der Sonne werden durch ACO in längere Strahlen abgelenkt. Dabei wird die Energie frei. Diese Energie spaltet Wassermoleküle in freie Radikale (Hydroxylradikale und Sauerstoffradikale). Sie gehören zu den stärksten bekannten Oxidationsmitteln. Sie sind noch wesentlich oxydativer als Ozon und oxidieren Inhaltsstoffe wie Harnstoff oder Chloramine vollständig bis auf die einzelnen Atome.

Es entstehen keine giftigen Reaktionsprodukte sondern nur Kohlendioxid CO2, Wasser H2O und Stickstoff N2. Durch die Ablenkung des kurzweiligen UV-Lichtes in eine längere Welle wird Chlor auch vor der Photooxidation (Zersetzung des Chlors durch die Sonne) geschützt. Die Halbwertszeit von Chlor erhöht sich um den Faktor 3. Im Gegensatz zu herkömmlichen Chlorstabilisatoren wie Cyansäure, wird die Oxidationswirkung nicht geschwächt, sondern sogar noch deutlich erhöht. Deshalb darf und soll ACO auch in öffentlichen Freibädern eingesetzt werden.

Die in Hallenbädern zur Reduktion von Chloramin eingesetzten UV-Systeme (Mitteldruck) erhöhen den Chlorverbrauch um mehr als das Doppelte. Sie erzeugendabei Chloroform (CHCI3) und Chlorcyan (CNCI). Wenn ACO vor dem UV-Strahlerdosiert wird, wird Chlor vor der Photolyse geschützt. Der Chlorverbrauch sinkt und damit werden auch die schädlichen Reaktionsprodukte Chloroform und Chlorcyan minimiert. Dank der Silikate wirkt ACO zusätzlich auch als kationisches Flockungsmittel. Es bindet die positiv geladenen Teile. In Verbindung mit APF erhält man eine doppelstufige Flockung (Aluminium-Silikat-Flocke), welche sowohl positiv als auch negativ geladene Teile ausfiltriert.

Wie wird ACO angewendet?

ACO wird am besten mit einer Dosierpumpe nach dem AFM Filter über einen ZPM permanent dazu dosiert. Die Dosierung beträgt 1 ml pro m³  Umwälzleistung. ACO kann auch manuell dosiert werden: Die Dosiermenge beträgt 1 l pro 100 m³ Beckenvolumen pro Woche. Wir empfehlen die doppelte Menge für eine Erstdosierung.

Wussten Sie schon....?

Nach 6 bis 12 Monaten, wenn sich auch autotrophe Bakterien (sie produzieren organische Stoffe) im Biofilm ansiedeln, entwickelt sich der Biofilm sehr schnell. Die Sandkörner verklumpen, es kommt zur Kanalbildung im Sandbett und die Filterfunktion wird gestört. Die Filtrationsleistung verschlechtert sich dramatisch. Der Chlorbedarf und damit die Bildung von schädlichen Desinfektionsnebenprodukten steigen an.

 Kennen Sie Dryden Aqua?

Wer ist Dryden Aqua? Seit über 30 Jahren sind wir Experten für biologische und chemische Zusammenhänge im Wasser. Wir sind Meeresbiologen und Spezialisten für Wasseraufbereitung von aquaristischen Systemen sowie von privaten und öffentlichen Schwimmbädern. Diese einzigartige Wissens- und Erfahrungskombination macht uns zum Innovationsführer in der Wasseraufbereitung von Schwimmbädern. Unserer Mission lautet: kristallklares Wasser und gesunde Luft. Weltweit werden heute über 100.000 Schwimmbäder mit unseren Systemen betrieben.

Baustein Filtrationsgeschwindigkeit!

Filtrationsgeschwindigkeit – je niedriger desto besser

Sand ist ein gutes Filtermedium und Sandfilter haben, wenn sie richtig betrieben werden, gute mechanische Eigenschaften. Je niedriger die Filtrationsgeschwindigkeit, desto besser ist das Filtrationsergebnis. Wenn die Filtrationsgeschwindigkeit beispielsweise von 30 m/h auf 15m/h reduziert wird, verbessert sich das Filtrationsergebnis um den Faktor 4. Aus diesem Grund empfehlen wir eine Filtrationsgeschwindigkeit (egal ob Sand oder AFM) von 15 – 22 m/h. In der deutschen DIN Norm sind maximal 30 m/h vorgesehen. Wir empfehlen insbesondere bei Neuanlagen niedrigere Filtrationsgeschwindigkeit. Auch die nur zeitweise Reduktion dieses Wertes auf die Hälfte ergibt wesentlich bessere Filtrationsergebnisse. So kann gerade bei bestehenden Anlagen bei schwacher Benutzung oder während der Nacht die Umwälzleistung von 30 m/h auf die Hälfte reduziert werden. Die dafür frequenzgesteuerten Filterpumpe, wie z.B. die Speck BADU 90 VS oder die Speck Eco Touch pro haben sich aufgrund des niedrigeren Stromverbrauches meistens in weniger als einem Jahr amortisiert. Vorteil dieser Pumpen: Für den Rückspülvorgang kann die höchste Stufe gewählt werden um dann im Filtermodus z.B. des Nachts auf die schwächste Stufe zu wechseln. Wenn das Becken genutzt wird oder die Solaranlage genutzt werden soll, dann kann z.B. die mittlere Stufe genutzt werden um eine vernünftige Beckenhydraulik (Wasserdurchmischung) zu erreichen.

Wussten Sie schon....?

Sandfilter sind mechanische aber auch biologische Filter. Sand verfügt über eine Oberfläche von 3.000 m² pro m³ Filtermaterial. Jedes einzelne Sandkorn wird schon nach wenigen Tagen durch  heterotrophe Bakterien (Bakterien die sich von organischen Stoffen ernähren) besiedelt. Diese Erstbesiedler docken sich an einer Oberfläche, die mit Wasser in Kontakt steht, an und sondern einen Schleim aus, um sich gegen Oxidationsmittel zu schützen. Diese schleimgeschützte Bakterienmasse nennt man Biofilm.

Einzelne im Wasser schwimmende Bakterien werden mit kleinsten Quantitäten von Chlor innerhalb von weniger als 30 Sekunden abgetötet. Trotzdem wird es immer ein paar wenigen Bakterien gelingen, sich an einer, mit Wasser in Kontakt stehenden Oberfläche anzudocken und sich mit abgesondertem Schleim zu schützen. Biofilmgeschützte Bakterien sind gegenüber Chlor oder anderen Oxidationsmitteln enorm resistent.

Heterotrophe Bakterien wachsen mit unglaublicher Geschwindigkeit. Unter günstigen Bedingungen können sie sich alle 15 – 30 Minuten verdoppeln. Sie sind die Erstbesiedler und bauen den Biofilm auf. Mit der Zeit wird der Biofilm von einer ganzen Gemeinschaft von Bakterien, Viren und Protozoen bewohnt. Ihr Wachstum wird nicht primär durch das Oxidationsmittel sondern über die Verfügbarkeit von Nahrung limitiert. Der Nahrungsentzug verhindert das Wachstum der Bakterien.

Ein Wort zu Glassand (Filterglassand)!

Wie alle guten Produkte und großen Ideen wird natürlich auch versucht, AFM zu kopieren. In aller Regel wird dafür ein unsortiertes, kontaminiertes Misch-Recyclingglas (weiß, braun, grün) verwendet, welches der Hersteller nicht nur kostenlos bekommt, sondern dafür in der Regel noch bezahlt wird (Abfallentsorgung). Dieser Glasabfall wird dann auf trivialste Weise zerkleinert.

Oft wird das Material auch nicht oder nicht ordentlich gewaschen und desinfiziert, sodass es kontaminiert bleibt. Häufig werden einfachste Fertigungsprozesse ohne Qualitätssicherung und ISO Zertifizierung verwendet. Dabei entstehen scharfkantige  und gefährliche Glassplitter, vor allem beim durchsichtigen Glas (es bricht aufgrund seiner Eigenschaften anders als  grünes Glas). Anstelle von billigen Glassandprodukten wäre der bewährte Quarzsand die bessere und sichere Wahl.

Ein Wort zu Glasperlen

Neuerdings werden Glasperlen als ideales Filtermaterial für Schwimmbäder angeboten. Glasperlen sind sauber und sicher in der Handhabung. Die Kugeln haben verglichen mit allen anderen Kornformen jedoch die kleinstmögliche Oberfläche und den größten Abstand zwischen den Perlen. Die filtrierten Teile werden aufgrund des Differenzendruckes einfach durch das Filterbett gedrückt. Das kann man selbst nachprüfen: Es ist sehr einfach, die Hand durch ein Filterbett mit Glaskugeln zu drücken. Wenn man die Hand durch AFM oder Sand drückt, schafft man es nur wenige Millimeter tief.

Bei Dryden Aqua benutzen wir Glasperlen seit mehr als 20 Jahren für Filtrationszwecke von stark belastetem Rohwasser. Glasperlen sind für Schmutzwasseranwendungen sehr geeignet, weil sie sehr einfach zu rückspülen sind.  Jedoch sind sie aus den genannten Gründen für Reinwasseranwendungen in Schwimmbädern und Aquarien sehr ungeeignet.

http://www.poolpowershop.de/deutsch/pool/poolwasserpflege/daisy/

Quellen: Umweltbundesamt, Dryden Aqua

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